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Cake day: June 9th, 2023

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  • Das haben wir der DDR-Führung zu verdanken, nicht dem, was nach der Wende passiert ist.

    Es gab in dem “Arbeiter- und Bauernparadies” eine aktive Neonaziszene, komplett “home-grown”, wie man heute sagen würde. Die Stasi vermutete anfangs, getreu der Staatsideologie und -propaganda, dass feindliche Agenten aus Westdeutschland dahinter stecken würden, aber als sich dann herausstellte, dass in einem sozialistischen Staat von ganz alleine Nazis entstehen konnten, wurde das Ganze vertuscht, trotz immer häufiger in Gewalt ausartender Fremdenfeindlichkeit ggü. z.B. Gastarbeitern aus sozialistischen “Bruderstaaten” wie Vietnam. Es konnte nicht sein, was nicht sein durfte.

    Es gab also nie eine gesellschaftliche Debatte zu dem Thema vor dem Zusammenbruch der Diktatur. Eine effektive Bekämpfung dieser Nazi-Szene war ebenfalls nicht möglich, da es zu viel Aufmerksamkeit auf das Thema gelenkt hätte. Bestenfalls begrenzt wurde diese Szene. Nach der Wende, in dem frischen Stasi-freien Machtvakuum, konnte sie dann schnell aufblühen (westdeutsche Verfassungsschützer und Polizei wurden gänzlich überrumpelt, da sie nicht im Ansatz damit gerechnet hatten) und formte denn Nukleus dessen, aus dem sich heute die AfD speist.

    Heute gibt es dort in Ostdeutschland den meisten Fremdenhass und die besten Wahlergebnisse für die AfD, wo die wenigsten Menschen mit Migrationshintergrund leben. Wirtschaftliche Faktoren sind gänzlich irrelevant. Diese Partei wird nicht aus Protest, sondern aus Überzeugung und Angst gewählt.





  • Dein Verständnis von Völkerrecht und diesem Krieg ist oberflächlich. Du hast hier aufgehört zu lesen (wenn du dich überhaupt einmal ernsthaft durch dieses komplexe Thema gewühlt hast):

    Zusatzprotokoll I Art. 48 der Genfer Konvention::

    Um Schonung und Schutz der Zivilbevölkerung und ziviler Objekte zu gewährleisten, unterscheiden die am Konflikt beteiligten Parteien jederzeit zwischen der Zivilbevölkerung und Kombattanten sowie zwischen zivilen Objekten und militärischen Zielen; sie dürfen daher ihre Kriegshandlungen nur gegen militärische Ziele richten. [Hervorhebung von mir.]

    Wenn man aber nur ein paar Absätze weiter liest, wird das Ganze schnell differenzierter:

    Art. 51 Abs. 7:

    Die Anwesenheit oder Bewegungen der Zivilbevölkerung oder einzelner Zivilpersonen dürfen nicht dazu benutzt werden, Kriegshandlungen von bestimmten Punkten oder Gebieten fernzuhalten […]

    Art. 52 Abs. 2:

    Angriffe sind streng auf militärische Ziele zu beschränken. Soweit es sich um Objekte handelt, gelten als militärische Ziele nur solche Objekte, die auf Grund ihrer Beschaffenheit, ihres Standorts, ihrer Zweckbestimmung **oder ihrer Verwendung wirksam zu militärischen Handlungen beitragen und deren gänzliche oder teilweise Zerstörung, deren Inbesitznahme oder Neutralisierung unter den in dem betreffenden Zeitpunkt gegebenen Umständen einen eindeutigen militärischen Vorteil darstellt. [Hervorhebungen von mir.]

    Lagerhäuser von Versandunternehmen, die auch militärische Güter transportieren und anbieten sind damit militärische Ziele. Ölraffinerien, Tanker, Tankwagen, Pipelines, usw. fallen ebenfalls unter diese Definition, da ihre Zerstörung der Ukraine einen erheblichen militärischen Vorteil bringt - denn ohne sie kann Russland keinen Krieg führen. Es wäre komplett absurd, wenn das Völkerrecht den Angriff auf solche kriegswichtiger Infrastruktur verbieten würde.

    Falls du mir nicht glaubst: Wildberries, der größte russische Versandhändler, hat erst nach dem Beginn der ukrainischen Drohnenangriffe die Kategorie “Alles für die spezielle militärische Operation [Putins Codename für den Angriffskrieg, um den Krieg nicht Krieg nennen zu müssen]” entfernt, ohne aber die militärischen Güter selbst zu entfernen:

    https://kyivindependent.com/wildberries-limits-visibility-of-military-related-goods-in-search-results-after-ukrainian-strikes/

    Einrichtungen wie diese Lagerhäuser sind auch keine unverteidigten Orte gem. Art. 59. Luftabwehr und militärisches Personal - und wenn es oft nur Handfeuerwaffen sind, welche nur mit Glück Drohnen abfangen können - sind stets präsent. In jeder Aufnahme der Bombardierung von z.B. Lagerhäusern in Russland ist im Hintergrund automatisches Feuer zu hören (und Leuchtspurmunition kann ebenfalls meist gesehen werden).

    Natürlich versucht die russische Regierung, die Grenze zwischen Militär und Zivilbevölkerung weiter zu verwischen, z.B. indem sie per neuem Gesetz Unternehmen erlaubt, schwere Waffen zur Luftverteidigung zu erwerben und einzusetzen:

    https://www.themoscowtimes.com/2026/05/28/russia-lets-private-firms-buy-heavy-weapons-to-defend-sites-from-drone-attacks-rbc-a92876

    Ich hab jetzt über eine halbe Stunde an dieser Antwort geschrieben und recherchiert, während dein Kommentar (samt Beleidigung) sicher kaum eine Minute verschlungen hat. Zeigt einmal mehr, wie viel Arbeit es ist, Desinformation im Internet zu bekämpfen im Vergleich zur Verbreitung von Desinformation.