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cake
Cake day: August 5th, 2024

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  • Ich habe gestern Dredge vollständig durchgespielt und war ganz gut unterhalten. Es ist anfänglich eine sehr tolle Atmosphäre, die zum Ende hin aber etwas abbaut, da die Spielmechaniken das ganze Mysterium etwas verblassen lassen und es mehr wie abarbeiten wirkt. Aber das liegt eben auch daran, dass ich die 100 % voll haben wollte und jeden Fisch gesucht habe. Wenn man nur die Hauptgeschichte + DLC verfolgt, ist es sicherlich atmosphärischer.

    Man spielt einen Fischer in einen Gebiet bei dem nach und nach die Fische nicht ganz so gewöhnlich aussehen und eventuell ein paar Augen oder auch Finger zu viele haben. Die Atmosphäre ist Lovecrafts Werken entlehnt, also maritimer Eldritch Horror, wobei es spieltechnisch vor allem ein Bootmanagementsimulator ist mit Minispielen für das Fangen der Fische und anschließendes Inventarmanagement.

    DLC ist aber auch ein guter Stichpunkt für Kritik. Da hat der Publisher mit dem Blackstone Key auch ganz schön dreist einfach zwei mittelgute Startgegenstände als DLC verpackt, ohne Geschichte oder irgendwas, das ist schon frech. Die zwei großen StoryDLCs waren ganz OK und im Rabatt alle mal zu empfehlen, aber für die 100 % aller Fische fangen war dann wiederum beim EisDLC ein ziemlich dummer Moment, wo ich schon alles hatte und nur diesen einen letzten Fisch noch fangen musste. Das ging nur durch herum fahren und durch Zufall den Fisch fangen. Das hat dann rund 20 Minuten gekostet, während dessen ich auf dem zweiten Monitor ein Video geguckt habe. Das war jetzt kein glorreicher Abschluss des Spiels, sondern eher ein Na endlich.

    Also für so gemütlich spielen ist das Spiel ganz gut, aber für 100% hat es schon nervige Anteile, zu mal es auch keinerlei wirkliche (Story)Belohnung oder so für die Vervollständigung des Fischbuches gibt. Also sehr guter Start mit abflachendem Ende.















  • Letztes Jahr ist von Walter Moers Das Einhörnchen das rückwärts leben wollte heraus gekommen, eine Sammlung an Flabeln. Diese werden vom Autor als Lachfabeln ohne moralisierende Komponente definiert, sprich: es sind Parodien auf Fabeln. Die sind auch meist gut gelungen und Moers kann hier endlich mal wieder seiner Fertigkeit mit Worten zu spielen freien Lauf geben.
    Bei manchen Geschichten habe ich zwar zwischendurch doch auch gedacht: “na in welche komisch konservative Richtung driftet das denn jetzt hier ab”, aber es ist im Endeffekt eigentlich immer nur für die Pointe gewesen bzw. weil Fabeln eben ja doch eher konservativ im Gedankengut sind aus heutiger Perspektive. Ich konnte beim Lesen auf alle Fälle immer wieder gut lachen und mich an vielen Wortspielereien erfreuen.
    Vom Stil her eher vergleichbar mit Ensel und Krete, da es mehr um den Humor als um die Geschichten selbst geht.