Der Renteneintritt bringt eine wichtige finanzielle Entscheidung mit sich: Wie entnimmt man das über Jahre angesparte Vermögen aus dem Depot am besten? Denn dieser Prozess bestimmt maßgeblich, wie lange und komfortabel das Geld reicht. Von L.-M. Hiltscher und J. Bartlitz.
Betrifft hier bestimmt ganz viele.
Naja, ist schon wichtig, vorauszuplanen. Bei Backups sollte man ja auch das Wiedereinspielen ab und zu testen.
Ich bespare einen ETF als private Zusatzrente und habe noch keine Exitstrategie.
TL;DR: Mit zunehmendem Lebensalter allmählich umschichten von risikoreicheren Assets (Aktien) in sicherere Assets (Staatsanleihen, Geldmarkt).
Und hoffen, dass es den gegenwärtigen Kapitalmarkt noch gibt.
Wenn du breit gestreut weltweit investierst, kann dir das einigermaßen egal sein. Du triffst damit nur eine einzige Annahme: “Der Mensch wird weiter wirtschaften”. An dem Punkt, an dem der Mensch damit aufhört, ist mir meine Altersvorsorge auch egal. Denn die Ereignisse, die so etwas auslösen können, dürften auch meine Lebenserwartung drastisch reduzieren…
Wobei du z.B. bei einem 0815-Welt-ETF eher spezifisch darauf wettest, dass der Kapitalismus in der Welt weiterhin dafür sorgen wird, dass die größten der großen Unternehmen weiter an Macht zulegen. Leider nicht unbedingt unwahrscheinlich, aber auch nicht so sicher wie “irgendjemand wird schon noch wirtschaften”.
Sehe ich etwas anders. Wenn die Welt übereinkommt, dass es grober Schwachsinn ist, z.B. fossile Energien zu fördern, dann werden auch die entsprechenden Unternehmen derart abgewertet, dass sie kleinere Anteile am Index ausmachen oder ganz aus dem Index fliegen, weil sie in Konkurs gehen oder aus dem Sampling fallen.
Hätte es Anfang des 20. Jh. schon ETFs gegeben, wären sie voll von Schwerindustrie, Eisenbahn- und Rüstungskonzernen gewesen; über das 20. Jh. hinweg hätte man dann im Index den Wandel hin zu Dienstleistungen, konsumentischer Elektronik und Computern und Digitaltechnik beobachten können. Der Index bildet ab, was die jeweilige Zeit gerade Wert beimisst; das ist keineswegs statisch, sondern Wandlung unterworfen.
Wenn ich Artikel wie diesen lese, fühle ich mich mit meiner Skepsis gegenüber Welt- und ähnlich breit gestreuten ETFs wieder bestätigt.
„Lex SpaceX“? Nasdaq ändert Indexregeln für Musks Börsengang https://www.heise.de/hintergrund/Lex-SpaceX-Nasdaq-aendert-Indexregeln-fuer-Musks-Boersengang-11305746.html
Der Mechanismus hinter ETFs wird zunehmend von großen Unternehmen bewusst ausgenutzt. Für Anleger führt das einerseits zu einem Klumpenrisiko und andererseits, dass sie diese Großkonzerne massiv unterstützen dazu, unter Umständen, ohne sich dessen überhaupt bewusst zu sein.
Was du da verlinkt hast, ist in der Tat bedenklich - und ein weiteres Mosaiksteinchen im Bild der völlig in die offene Korruption abdriftenden USA.
Wer aber in NASDAQ (100) investiert, holt sich auch ganz ohne SpaceX ein mehrfaches Klumpenrisiko ins Depot, da NASDAQ (100)
Man geht also gleichzeitig eine Sektor- und Regionswette ein.
Tatsächlich ist der verlinkte Artikel daher ein gutes Argument für Welt-ETFs, nicht dagegen. Sie immunisieren dich durch ihre breite Streuung ein Stück weit gegen die Korruption in den USA. Ja, da hat man dann indirekt auch in SpaceX investiert. Allerdings ist das dann so ein kleiner und verwässerter Anteil am Ganzen, dass es angesichts der Fülle anderer Unternehmen im Index für dich keine große Rolle spielt, ob SpaceX morgen in Flammen aufgeht.
Und wem die gängigen Welt-ETFs (ACWI oder All-World) immer noch zu US- und großkapitallastig sind, der mischt halt ertwas Europa und Small Cap bei (mache ich beides).
Ich würde behaupten, dass der Kapitalmarkt an sich schon nur größere und große Unternehmen abbildet. Kleine Unternehmen werden i.d.R. gar nicht gehandelt. Und innerhalb des Kapitalmarktes hat ein Welt ETF einen ziemlich starken Fokus auf die größten der großen.
Um mein Finanzberater zu zitieren: Auf keinen Fall als Leibrente (monatliche Auszahlung ab Renteneintrtt), die Wette (und das Geld) verliert man immer.
Was bezahlst du dem Finanzberater?
0,36%
Von der Sparrate? Vom Bestand? Bei letzterem bist du, denke ich, entweder sehr reich, oder der Finanzberater bekommt noch KickBacks und Provisionen von anderswo. Bei ersterem ist das krass teuer.
Vom Bestand; Er hat mir das genau mal aufgedröselt was für ihn bei mir herausspringt und wie, aber das hab ich wieder vergessen :(
edit: Also ich hab ihn nochmal angeschrieben und er kam mit folgendem: es gibt Lebensversicherung, Sachversicherung und Investment; bei Lebensversicherung erhält er eine feste Provision, bei Sachversicherung bekommt er folgeprovisionen und im Investment bekommt er eine Service-Pauschale von 0,95% (also dann wohl vom Bestand); Beratung kostet nichts.
Warum? Beim Ansparen streckt man doch auch über die Zeit um das Kursrisiko zu mitteln. Klappt das beim Auszahlen nicht genauso?
Ne die Sache ist ja, das bei einer Leibrente X Euro pro Monat von deinem Pool ausgezahlt wird, und wenn du halt vor 0 Euro abkratzt verfällt dein Geld der Leibrente; und du kannst das dann auch nicht vererben. Oder was schlimmer ist, wenn du bei 0 Euro noch lebst und dann nicht mehr aus dieser Leibrente schöpfen kannst.
Das muss dann aber ein sehr spezielles Anlageprodukt gewesen zu sein. Normale Aktien oder ETF werden selbstverständlich weitervererbt und “verfallen” nicht einfach.
Das Problem hat man bei jeder Anlageform, wo man Geld aus einem großen Spartopf entnimmt, da du nicht deinen genauen Todestag nicht im Voraus kennst.